Komponist, Arrangeur und Musiker

Biografie

Die 1950er Jahre

Knut Maurer wurde am 12.09.1955 als Kind der Eheleute Bernhard und Rita Maurer in Kaiserslautern geboren. Die Eltern kamen als Flüchtlinge aus dem Osten Deutschlands. Der Großvater Emil Maurer war in der Stadt Tilsit in Ostpreußen Organist und Chorleiter an der dort sehr großen baptistischen Kirche.

Auch Knuts Vater, Bernhard Maurer, bestritt seinen Lebensunterhalt anfang der 50er Jahre als Saxophonist und Geiger mit seiner Band „Blue Band“ bei den amerikanischen Besatzungsstreitkräften in Kaiserslautern. In den amerikanischen Kasernen lebte er auch zunächst mit seinem Bruder und Mitmusiker Kurt Maurer.

Die Mutter, Rita Maurer, arbeitet als gelernte Apothekenhelferin und lebte in einer kleinen Ein-Zimmer-Wohnung in der Langenfeldstraße Kaiserslautern.

Als Sohn Knut 1955 auf die Welt kam, nahm der Vater eine Stelle als Verwaltungskaufmann bei der Coca Cola Niederlassung Kaiserslautern an. Mangels Wohnraum zogen die Eltern 1955 / 1956 in ein Holzhaus in einer damaligen Schrebergartensiedlung  in der Reichswaldstraße Kaiserlsautern.

Knuts Eltern im Herbst 1955 in der Kaiserlauterer Altstadt

Als 1957 die Schwester Martina und 1958 die Schwester Cornelia zur Welt kamen, benötigte die Familie eine größere Wohnung und zog in die Kaiserslauterer Altstadt in eine Altbauzweizimmerwohnung im Bahnhofsviertel / Rudolf-Breitscheid-Straße. Aus dieser Zeit stammt Knut Maurers Affinität zu Hinterhöfen und Altbauten. Es gab kein Fernsehen, aber dafür schon ein Klavier. Gespielt wurde im Hinterhof oder am Bahnhofsgelände.

Knut Geschwister 1957

Die drei Geschwister 1960 im BBK-Park Kaiserslautern

Die 1960er Jahre

Da er schon seit 1960 anfing, Melodien am Klavier auswendig zu klimpern, entschloss sich der Vater, Knut schon mit 5 Jahren in den Klavierunterricht zu schicken. Ganz in der Nähe, in einer noblen Altbauwohnung am Stadtpark, gab es Unterricht von der Klavierlehrerin Frau Steingräber. Schon 1963, mit 8 Jahren und 3 Jahren Klavierunterricht, hatte Knut Maurer seinen ersten öffentlichen Auftritt bei einem klassischen Klavierwettbewerb im Cafe des Kaufhauses Wertheim Kaiserslautern. Mit dem Musikstück „Der fröhliche Landmann“ von Robert Schumann gewann er als kleiner Junge den 3. Preis.

Hinterhof in Kaiserslautern

Altbauten und Hinterhöfe, ein herrlicher Spielplatz in den 50er und frühen 60er Jahren

Altbau in Kaiserslautern

In diesem noblen Altbau gab Frau Steingräber Klavierunterricht

Urkunde zum Kindermusikwettberb 1963 (verbunden mit einem Buchpreis)

Januar 1962 kam Schwester Reinhild auf die Welt und die nun 6 köpfige Familie Maurer zog in eine Neubaublockwohnung mit 3 Zimmern, Küche und Bad in der Damaschkestraße Kaiserslautern. Ostern 1962 wurde Knut in die Grundschule, Stresemannschule Kaiserslautern, eingeschult. Dort fiel den Grundschullehrern seine Musikalität auf und der kleine Kerl durfte auf Weihnachtsfeiern fortan immer das Klavier spielen.

Juni 1964 kam dann das 5. Kind, Bruder Jörg zur Welt.

1966 Umzug der Familie Maurer in eine größere 4 Zimmerwohnung in der Perlenbergstraße Kaiserslautern und – hurra ! – endlich gab es das erste neue gute Familienauto, einen roten Opel Kadett Kombi. Doch noch viel wichtiger war: die Familie legte sich endlich einen Fernseher zu! Es gab zwar nur zwei Programme (ARD und ZDF), aber für Knut war es wichtig: man konnte am Samstag den Beatclub schauen und am Wochenende abends kamen die spannenden Edgar Wallace Filme!! Der Beatclub hatte eine enorme Wirkung, denn er brachte einen neuen musikalischen Einfluss neben der klassischen Klavierausbildung. Die prägendsten Vorbilder wurden die Beatles (da vor allem John Lennon), die Rolling Stones (da vor allem im Aussehen und seiner musikalischen Vielseitigkeit Brian Jones) und insbesondere natürlich die Kinks. Besonders den Kinkstitel „Sunny Afternoon“, den Knut Maurer heute noch mit seiner Band „Picture Book“ spielt, versuchte er schon damals zu spielen. Ein wichtiger Einschnitt war Ostern 1966 der Eintritt ins Gymnasium, das heutige Hohenstaufen-Gymnasium in Kaiserslautern.

Logo des Beatclubs

Albumcover Rubber Soul

Brian Jones

LP Cover Something Else

1967 Knut erhält neben Klavier- jetzt auch Orgelunterricht bei Professor Herbert Beutler an der PH Kaiserslautern und an der Pauluskirchenorgel. Ausserdem erlernt er Trompete im baptistischen Gemeindeposaunenchor und spielt ab Sommer 1967 regelmäßig die Orgel im baptistischen Gottestdienst.

1968 Das politisch kulturelle Kultjahr!!! (und eine immens wichtige gesellschaftliche und politische Zäsur) Im Hohenstaufen-Gymnasium Kaiserslautern gab es, ganz nach der Willy Brandt Parole „Mehr Bildung wagen“ viele neue, motivierte junge Lehrer. Prägend wurde besonders der evangelische Religionslehrer Schmitt. Er diskutierte über den Studentenführer Rudi Dutschke, den SDS, soziale Veränderungen und ließ dazu aktuelle Liedermachermusik von Franz-Josef Degenhardt („Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“) und Hannes Wader („Heute hier, morgen dort“) laufen.

Im Schulmusikunterricht wurde progressive Rockmusik wie zum Beispiel The Nice „America“ oder The Beatles „She’s leaving home“ durchgenommen.

Im Sommer 1968 ging es auch zum ersten Mal ohne Eltern auf Reisen. auf die erste Jugendfreizeit in Dinkelsbühl.  Hier konnte Knut zum ersten Mal seine Wirkung auf Mädchen testen. Er war in der Jugendherberge sehr beliebt, konnte er doch schon einige Rocktitel der Beatles, der Kinks und (damals der Renner) Manfred Mans „Mighty Quinn“ am Klavier spielen und dazu singen. Das resultat war eine erste Ferienfreundschaft mit einer 13jährigen blonden Petra … .

68er SDS

Rudi Dutschke – bis heute noch eine weitsichtige, sozialpolitisch prägende Person

1969 Zu Klavier, Orgel und Trompete kommt noch ein Streichinstrument dazu. Knut Maurer beginnt den Violoncellounterricht bei Professor Willy Englert, Konzertmeister am Pfalztheater Kaiserslautern.

ehemaliges Pfalztheater in Kaiserslautern

Knut Maurer und Geschwister um 1969

Die vier Geschwister im Sommer 1969 am Esszimmertisch im neuen Haus (v.l.n.r. Reinhilt, Cornelia, Knut und Jörg)

(die jüngere Schwester Martina war 1968 an Krebs verstorben)

Die „geliebten wilden und bunten“ 1970er Jahre

1970 Nach 10 Jahren Klavierunterricht wechselt Knut Maurer zu dem Pianisten Hanno Hautz an das Pfälzische Konservatorium Kaiserslautern. Hier bekommt seine klassische Pianokarriere einen enormen Schub. Hanno Hautz fördert und fordert ihn immens: jedes Jahr mindestens 2 öffentliche Vorspiele in der Ritterburg Kaiserslautern, sowie regelmäßige Beteiligung am Musikwettbewerb „Jugend musiziert“. Dort erwirbt Knut Maurer regelmäßig Preise als Klaviersolist und Kammermusikbegleiter. In der Apostelkirche Kaiserslautern spielt er mit dem Orchester des Hohenstaufen-Gymnasiums ein Orgelkonzert von Georg Friedrich Händel.

In der Schule freundet sich Knut Maurer mit dem Schlagzeuger und Klassenkamerad Karl Heinz „Blacky“ Schwarz an. Gemeinsam improvisieren sie in den Pausen im großen Musiksaal auf Flügel und Schlagzeug. Meist entsteht dabei eine Mischung zwischen verrocktem Beethoven und Deep Purple. Doch bald etwickelt sich aus diesem Duo die Schülerrockband „SINAI“. Geprobt wird im Haus des Sängers auf dem Bännjerrück Kaiserslautern. Karl Heinz „Blacky“ Schwarz (später, 2011 mit Knut in der Tin Pan Alley Blues Band), war der Rockdrummer, ein Kaiserslauterer Ian Paice. Am E-Bass ein Lauterer Unikum, „Vadder“ genannt, ein langer langhaariger Virtuose, optisch an Gary Thain von Uriah Heep erinnernd. „Vadder“ war ein Szene-Typ, der im Lauterer Bermudadreieck „Pille“, „Smile“ und „Thing“ zu Hause war. Leider verstarb er auch schon in den 70ern, ähnlich wie Gary Thain, an Drogenmissbrauch. Die Leadgitarre Werner Steiner (später mit Blacky und Knut in der Tin Pan Alley Blues Band) – schon damals ein phantastischer Bluesrocker der Einflüsse von Peter Greens Fleetwood Mac und Carlos Santana in die Band „SINAI“ brachte. Sologesang Peter Stegmann (kein Kontakt mehr). Gesang, E-Orgel und E-Piano Knut Maurer mit seinem Faible für Kinks und Uriah Heep (Ken Hensley !!)

Seinem Vater blieb die Entwicklung seines Sohnes zu linker Politik, langen Haaren und Rockmusik nicht verborgen. Um das Abdriften seines Sohnes in die Rockszene Kaiserslauterns zu bremsen, belebt er mit alten Weggefährten seine Tanz- und Unterhaltungsband „Blue Band“. In dieser Band wird Knut als Sänger, Trompeter, Bassist, Organist und Pianist eingesetzt. Diese Musik war zwar nicht die Musik seines Herzens, doch die Jahre in der Unterhaltungsband haben seine musikalische Vielseitigkeit und sein Showtalent gefördert. Nebenbei warf die Showband auch noch viel mehr Geld ab als die Underground-Rockband. Doch das erworbene Geld wurde umgehend in Rock-LPs investiert. 1970 begann Knut mit der Sammlung seiner inzwischen auf über 10000 Exemplare angewachsene LP-Sammlung.

Ausflug an den Rhein 1970

Ausflug an den Rhein - Knut Maurers Familie 1970

Knut Maurer 1970 in einem Leverkusener Cafe

Knut Maurer in einem Cafe in Leverkusen 1970

(wo sind die Gauloises ?)